Steueroptimierte Fonds leiden unter Abgeltungssteuer

Wer Steuern sparen wollte, setzte bisher gerne auf steueroptimierte Fonds. Seitdem Kursgewinne jedoch von der Abgeltungssteuer erfasst werden, ist die Situation für Anleger nicht mehr so einfach.

Steueroptimierte Fonds weisen besondere Konstruktionen auf, die die steuerpflichtigen Erträge der Investoren minimieren sollen. Zu diesen zu versteuernden Erträgen gehören Zinsen und Dividenden. Auf der anderen Seite sollen die steuerfreien Gewinne aus Kursgewinnen maximiert werden. Diese Fonds-Konstruktionen (in der Regel Investmentfonds) sind insbesondere für Anleger mit einer hohen Steuerprogression interessant. Die Anlagepolitik dieser Fonds ist also nicht auf die einfache Brutto-Rendite, sondern auf die Nachsteuer-Rendite ausgelegt. Der Trend hin zu steueroptimierten Fonds ist auch durch die Kürzung des Sparerfreibetrages befeuert worden.

Das Problem bei der Besteuerung von Erträgen aus Fonds ist, dass die einzelnen Anlagen aus diesem in der Steuererklärung häufig behandelt werden müssen, als habe man sie direkt erworben. Kosten werden dann also nicht nur durch die Steuer selbst, sondern zudem auch noch durch den Aufwand bei der Ermittlung der Bemessungsgrundlage verursacht. Nicht selten verliert man hier ohne einen Bank- oder Steuerberater die Übersicht und vor allem erhöht sich der Verwaltungsaufwand für die Manager des Fonds. Kursgewinne waren hingegen früher steuerfrei und deshalb lohnte es sich für Fondsmanager, Produkte zu konzipieren, bei denen nur Erträge aus den Kursgewinnen anfielen.

Da seit 2009 in Deutschland jedoch die Abgeltungssteuer gilt, sind steueroptimierte Fonds vor allem dann interessant, wenn die Papiere noch vor 2009 gekauft wurden. Anleger, die in die Fonds später investiert haben, haben keinen Bestandsschutz mehr - ein Verkauf wäre dann steuerpflichtig. Für alle anderen gilt, dass realisierte Kursgewinne noch bis 2011 steuerfrei bleiben, unter der Voraussetzung, dass der Fonds mindestens ein Jahr gehalten wurde.

Es stellt sich also die Frage, ob derartige Fonds für die Anleger überhaupt noch in Betracht kommen. Die Abgeltungssteuer verursacht eine Gesamtbelastung des zu versteuernden Einkommens von 26,375 Prozent ohne Kirchensteuer. Anleger sollten sich also gut informieren, ob das Angebot eines steueroptimierten Fonds noch genügend Vorteile bietet.